Wie vor jedem Winter sind verschiedenste Stimmen zu hören. Während die Einen einen starken Winter mit viel Schnee prognostizieren, reden die Anderen von einem milden Winter. Die Erwartungen waren in Anbetracht der vergangen Jahre nicht sehr hoch. Letztes Jahr beispielsweise hat die Skitourensaison erst richtig um den 5. Jänner gestartet. Im Dezember war praktisch null Schnee.

Dieses Jahr ist jedoch alles anders. Gleich Anfang Dezember wurden wir mit reichen Neuschneemengen beschenkt. Selbst die etwas wärmeren Temperaturen Mitte Dezember ließen Skitouren praktisch vor der Haustüre zu. Daher packten wir die Gelegenheit beim Schopf und starten voller Motivation in die Saison. Unser Hausberg der Hochgerach und unsere Heimstecke das Dünser Älpele konnten wir bereits mehrfach, teilweise täglich begehen. Ein paar Tage gab es „Dauerpulver“ – besser konnte die Saison nicht werden. Zu Weihnachten gab es dann auf der Südseite schon frühlingshafte Verhältnisse mit bestem Firm. Praktisch in einem Monat alle Verhältnisse die man sich als leidenschaftlicher Tourengeher wünscht

Nachdem die Grundkondition gesichert ist, war es dann soweit, etwas in die Ferne zu schweifen. Mit der Gamsfreiheit hatten wir uns für den 26. Dezember eine schöne und wenig begangene Tour mit langem Zustieg ausgesucht. Wie erwartet, keine anderen Tourengeher unterwegs. Mitunter lag es  daran, dass einige noch mit den weihnachtlichen Futterorgien beschäftigt waren oder den vorherrschenden Bruchharsch nicht unbedingt auskosten wollten. So zogen wir in der Früh los. Der lange und mehr oder weniger flache Zustieg nutzen wir für etwas Weihnachtsplausch. Eine Spur war bereits angelegt, so ersparten wir uns schon einmal harte Arbeit. Über eine bestens steilangelegte Spur ging es dann westlich der Faludriga Alpe hoch Richtung Weisses Rössle. Oben angekommen eröffnet sich ein weites Panorama mit einem tollen Ausblick in den Rätikon. Schleichend zogen wir über diese Weiten bis zum Gipfelhang. Dieser ist meist einer der heikeln Stellen dieser Tour. Obwohl die Spur zum Gipfel weiterzog, entschieden wir uns aufgrund von Abrissen und den relativ hohen Temperaturen der vergangen Tage für eine Umkehr. Auch ohne Gipfel eine lohnenswerte Tour in der Tiefe des stillen Großen Walsertals.

 

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