Kaum Niederschläge und viel zu warme Temperaturen waren das trostlose Ergebnis der ersten drei Dezember Wochen. Die Weihnachtsferien stehen vor der Türe, die Skigebiete bangen um Gäste und bis dato noch keine einzige Tour auf dem Konto. Eine leicht nervöse Stimmung ist in unserer Truppe zu spüren. „Wenn gomr endlich wiedr mol geluga“ lautet die Devise.

Kurzerhand entschliessen wir uns am 22. Dezember auf die Suche nach powder & fun zu begeben. Voraussetzung um eine Tour zu starten war ein relativ hoher Ausgangspunkt. Die geografisch nächst gelegenste Möglichkeit schien uns der Pitztaler Gletscher zu sein. Mit der Wildspitze war ein Tourenziel gefunden. Moderate 700 Höhenmeter zum Saisonbeginn. Gesagt getan, am frühen Morgen Aufbruch im Ländle und Fahrt nach St. Leonhard. Die vielen Skifahrer, welche ebenfalls auf verzweifelter Suche nach Schnee waren, machten uns die erste Bergfahrt strittig. Das Wetter so weit ok, etwas trüb und windig. Mit Bahnunterstützung konnten wir unseren Ausgangspunkt das Mittelbergjoch (3.166) bzw. den Taschachferner rasch erreichen. Voller Freude die erste Berührung mit ca. 10 – 20 cm Neuschnee. Entgegen unseren Erwarten war einiges weniger los als erwartet. Später sollten wir die Antwort darauf erhalten. Traumhaft endlich wieder mit den Fellen durch den Schnee zu ziehen. Die Verhältnisse am Gletscher waren gut und das Seil konnte somit im Rucksack verstaut bleiben. Moderat und mit leichter Steigung zieht die Tour in Richtung Wildspitze über den Gletscher. Der zunehmende Wind bringt Kälte und Schneegestöber mit sich. Desto höher wir steigen, desto kälter wird es und der Gegenwind macht uns kräftig zu schaffen. Nun ist uns auch klar weshalb so wenig Verkehr ist, da haben wohl einige die warme Stube vorgezogen. Am Westgrat erreichen wir das Skidepot auf ca. 3.650 m. Der Wind wandelt sich in Böen und die Temperaturen sind noch unangenehmer. Daunenjacke und dicke Handschuhe kommen zum Einsatz. Steigeisen montiert, Ski und Rucksack deponiert geht’s im zügigen Schritt mit wenig Ballast zum Gipfel der Wildspitze. Kaum zu glauben, hinter der Gipfelwechte ein windstilles Plätzchen, das uns für ein paar Minuten die Aussicht geniessen lässt. Der viele verblasene Schnee im oberen Bereich der Tour verspricht uns wenig gute Schwünge. Im unteren weniger windausgesetzten Teil Richtung Taschachferner kommen wir doch noch etwas auf unsere Kosten und können den ein oder anderen Schwung im Pulver ziehen.

Am Gletscher nochmals ein kurzer Gegenanstieg und dann ab über die Piste zum Pitzexpress.

Fazit: Moderate Tour zum verspäteten Saisonbeginn, traumhafte Aussicht, Expeditionsfeeling mit Böen am Gipfelgrat. Ideale Tour für schneearme Zeiten.

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