Die Tourenplanung in den letzten Wochen hat sich äusserst schwierig gestaltet. Langanhaltende Schlechtwetterperioden und ungenaue Prognosen waren nicht unbedingt die idealen Voraussetzungen um eine Hochtour zu planen. Zudem die vollen Terminkalender unserer Mannschaft. Der Drang nach Höhe war jedoch stärker als diese Hindernisse…

Ein kleines Wetterfenster am 27. Und 28. August verschaffte nochmals Hoffnung. Ganz nach unserem üblichen Motto „gomr geluaga“ packten wir unser Zeug und die Reise führte zum König des Südtirols. Der Wetterbericht hielt was er versprach. Sonnenschein und wenig Wolken.
Von Sulden ging es über die Tabarettahütte in gemütlichen Schritt, bepackt mit Seil und Pickel, unproblematisch zu unserem Tagesziel der Payerhütte. Die Aussicht grandios: Reschensee, Wildspitze, Stilfserjoch,…
Bereits beim Aufstieg hatten wir erfahren, dass in der Früh einem Bergsteiger die Solobesteigung der Nordwand gelang. Was wiederum auf gute Firnverhältnisse schliessen liess. Du nächste gute Nachricht der Hüttenwirtin, dass nur mit ca. 40 Gipfelaspiranten für Morgen zu rechnen sind, stimmten uns positiv. Bei Weizen und Achterl liessen wir den feinen Abend auf der Payerhütte ausklingen.

Um 5 Uhr hiess es antreten zum Frühstück. Die meisten Gruppen mit Bergführer waren bereits gestartet. Somit konnten wir in aller Ruhe unseren Kaffee geniessen. Keine Gruppe mehr hinter uns, wir waren die allerletzte Gruppe auch im Aufstieg. In vollem Genuss konnten wir die Felspartien und kurzen Kletterstellen bis zum Gletscher hinter uns bringen. Kurz die Eisen montiert und weiter ging’s über den erst steilen Gletscher Richtung Gipfelplateau. Der Winter musste gut gewesen sein, denn heuer war bedeutend mehr Schnee als in den letzten Jahren. Wie vermutet, ideale Firnverhältnisse.
Kalter Wind sorgte noch ein wenig für Ungemütlichkeit.

Pünktlich bei Ankunft am Gipfel hatte die letzte Gruppe vor uns den Abstieg begonnen. Somit war uns der König für 15 Minuten alleine gegönnt. Bis über den Hintergrat dann zwei weitere Gruppen die höchste Spitze des Südtirols erreichten. Seit letztem Jahr ehrt ein neues, sehr schön gestaltetes Gipfelkreuz den Ortler. Drei Viertel des Kreuzes waren jedoch im Schnee…

Der Wind wurde stärker und innerhalb 15 Minuten fiel dichter Nebel ein. Zeit abzusteigen. Wiederum hatten wir fast den ganzen Weg nach unten für uns alleine. Glücklich und zufrieden erreichten wir wieder die Payerhütte. Zeit für ein Bierli…um dannach den restlichen Abstieg nach Sulden anzutreten.

Der heutige Tag wurde gebührend in Dorf im Tirol bei Meran bei einem gemütlichen Grillabend und dem ein oder anderen Bier gefeiert…

Und wieder mal hat sich unsere Motto bewährt: „Gomr geluga“

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