Die Motivation in Sachen Blogpflege ließ in den letzten Monaten etwas zu wünschen übrig. Zudem war der heurige Winter mit dessen Schneeaufbau und der damit verbundenen meist heiklen Lawinensituation in vielen Fällen nicht ideal für höhere und steilere Touren. Trotzdem gab es einige kleinere und abenteuerreiche Touren.

Der Frühling verspricht aber noch so manch tolle Tour. Deshalb haben wir am vergangen Sonntag, 10.04.2016 die Wildspitze ins Auge gefasst. Diesmal war der Aufstieg auf den Nordgipfel über die Nordwand oder was davon noch übrig ist, geplant. Das herrliche Wetter, eine Traumtemperatur und praktisch null Wind hatten unzählige Tourengeher angelockt.

Erstaunlicherweise war Richtung Nordwand noch keine Spur zu sehen. So trennten wir uns als einzige Seilschaft am Taschachferner von den übrigen geschätzten 70-80 Tourengeher, welche sich für den Normalweg entschieden hatten. Eine 10cm-Neuschneeschicht bescherte uns eine tolle unversperrte Winterlandschaft. In leichten Kurven um die zahlreichen Gletscherspalten zogen wir Richtung Nordwand. Immer noch niemand über diese Variante unterwegs. An der linken Seite der Nordwand waren kleinere Schneerutsche zu sehen. So entschieden wir uns für die einfachere Variante, auf einen weiteren Sattel auf der rechten Aussenseite aufzusteigen und von dort dann in die Nordwand querend aufzusteigen. Dadurch konnten wir auch den Bergschrund umgehen. Die Ski ließen wir am Depot am Westsattel zurück um etwas Kraft zu sparen. Bewaffnet mit Steigeisen, Pickel und Seil ging es in mühsamer Stappferei Richtung Gipfel. Die Höhe war nun doch schon etwas zu spüren. Das Gelände wurde immer steiler, dennoch bester Firn und traumhafte Bedingungen. Ein kurzes Teilstück mit Blankeis bescherten uns noch etwas Pickeleinsatz. Unschwer ging es dann weiter zum Nordgipfel. Während sich am Nordgipfel lediglich vier Jungs, welche über den Südgipfel zum Nordgipfel aufstiegen, mit ihren Paargleitern startklar machten, tummelten sich am Südgipfel Scharen von Tourengehern. Bei der letzten durch ein Seil gesicherten Passage konnten wir stauartige Ansammlungen erkennen. Während wir dem Spektakel der startenden Paargleitern zusahen, genossen wir die Ruhe am Gipfel.

Eine grossartige Sicht in alle Himmelsrichtungen noch eine letzte Krönung, bevor wir uns auf den Rückweg machten.

Beim Skidepot noch eine kurze Rast und dannach ging es  zügig Richtung Taschachferner.

Wie beim Aufstieg durften wir den unverspurten Hang mit federleichten Schwüngen einweihen.

Fazit: herrliche Tour auf den zweithöchsten Österreichs ohne Verkehr über eine tolle Variante. Beim nächsten Mal klappt´s dann hoffentlich mit der direkten Nordwand.

One thought on “Wildspitze – Nordgipfel”

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