Dieser Sommer scheint tatsächlich ein Rekordsommer zu sein. Die Wettervorhersage aufs Wochende war wiederum top. Diesmal hatten wir uns als Ziel den Rätikon vorgenommen. Genauer gesagt, wollten wir die Drusenfluh über eine sehr selten begangene Route besteigen. Name unbekannt. Über den Namen der Route herrschte bereits im Vorfeld einiges anVerwirrung. In der Karte war lediglich der sogenannte Imhofsattel beschrieben. Irgendwann dann die Lösung. Aufstieg via „verborgenes Kar“…

Zügig ging es mit Sali von Latschau Richtung Lindauer Hütte. Kurze Rast und als 5er-Mannschaft ging es dann weiter Richtung Öfapass. Dort stellten wir dann fest, dass wir etwas zu weit aufgestiegen waren. Nobi war die Route vor vielen Jahren gegangen, hatte aber den genauen Einstieg nicht mehr im Kopf. Soweit kein Problem, war trotzdem relativ rasch zu finden. Unsere 5er Gruppe hatte sich dann beim Einstieg wiederum in eine 3er Gruppe verwandelt. Über gerillten Kalkstein mit grasdurchsetzten Bändern ging es zuerst über zwei kurze Seillängen auf ein Plateau. Dort Seil wieder einpacken und dann weiter über eine breite Schotterhalde und einen kleinen Gletscher Richtung Imhofsattel. Keine Markierungen, keine Spuren – scheinbar scheint hier wirklich niemand unterwegs zu sein. Blickt man auf die gegenüberliegenden gräsernen Südhänge, erscheint diese Schotterkalkhalde wie eine unwirkliche Welt.

Auf einem herrlichen Plateau, bei einer kleinen Rast, kommen zwei Mädels vom Öfapass. Kurz klären sie uns über ihre Aufstiegsroute auf. Erneut über gerillten Kalkstein, bei dem nun erstmals Steinmändle zu sehen sind, gelangen wir dann auf Imhofsattel. Ab dort herrliche Tiefblicke in die Schweiz. Hubschraubergeräusche wecken unsere Neugier. Mit Staunen beobachten wir, wie von der Rega zwei Kletterer aus der Südwand ausgeflogen werden. Ab dem Sattel entscheiden wir uns wieder ans Seil zu hängen. Safety first. Tolle Aussicht und einfache Kletterei (2-3) führen uns über die Südwest-Seite wiederum auf ein Plateau. Von dort über eine enge, brüchige Schotterhalde westseitig auf den Gipfel der Drusenfluh. Am Gipfel ist einiges los…der Klettersteig über die Blodigrinne hat heute einige Klettersteiggeher angelockt. Kurzer Smalltalk am Gipfel und zackig steigen wir via Blodigrinne ab, um einem Stau zu entgehen.

Zwischenstopp auf der Lindauer Hütte mit einem verspäteten Mittagessen.

Tolle Tour, traumhafte Aussicht und mit 1.900 Höhenmeter eine konditionell anspruchsvolle Tour. Leider etwas viel Betrieb durch den Klettersteig.

Am drauffolgenden Tag bei Internetrecherchen mussten wir dann feststellen, dass das „verborgene Kar“ vom Isjöchle auf die Drusenfluh führt. Leider konnten wir bis heute nicht herausfinden wo wir nun tatsächlich aufgestiegen waren. Wie auch immer…wieder mal eine klassiche „gomr geluaga“ Tour.

 

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